Scheiß Thema, aber immerhin gibt es mittlerweile einige Kotz- Smileys...
Aber mal ernsthaft:
Woraus bezieht man Selbstbewusstsein? Hier muss
ich differenzieren.
Grundsätzlich bin ich meiner Selbst Bewusst. Denke ich weiter darüber nach, wird es allerdings schwierig...
Arbeit: Ich ziehe morgens den Anzug an, fahre voller Vorfreude gegen halb neun auf Arbeit und strotze vor Selbstbewusstsein. Warum? Ich habe eine Aufgabe, daher beziehe ich es. Der Umgang mit Kunden hält einen hoch, sie schauen auf einem, sehen den knallharten Geschäftsmann, nicht den Menschen, der ich wirklich bin. Später am Tag, auf Baustelle, treffe ich Architekten, Ingenieure, den einen oder anderen Beamten. Sie lächeln mir zu, begrüßen mich mit Handschlag... "Wie gehts?, alles klar?... schön, dass Sie hier sein können!..."
Ich gehe weiter und treffe auf die Handwerker... "Hallo Herr xxx, wie gehts, waren Sie im Urlaub?" Aber auch skeptische Blicke, die ich mit meinem Anzug ernte: "Wat will der denn hier...?!?" Dann aber wieder, von anderen: "Der passt scho, hat ein offenes Ohr für uns... ist ein lieber, will uns nichts böses, und wenn es mal Schwierigkeiten mit Terminen gibt... haltet euch an den, er ist der Bauherrenvertreter... mit dem kann man reden..."
Woher der Respekt und die Achtung kommen? Ein Beispiel:
Bemusterung der Bäder im DG. Wir stehen alle zusammen im EG, der Architekt geht los, der Bauleiter folgt, ich frage: "sind die Fliesen schon oben?" Antwort: "Nein. Ich trage ein Pack von denen und ein Pack von denen nach oben. Geh ich eben zweimal." Reaktion: "Quatsch, diese, sagtest du?" Also rauf auf die Schulter mit dem Paket und hoch die Treppen. Oben angekommen erstaunte Blicke. Nach Bemusterung, wir sind ja nun mal da, könnten wir uns auch mal die Blechdächer ansehen. Großes Kino... prüfende, kompetente Blicke... "Schöne Arbeit, sehr gut ausgeführt..." Frage meinerseits: "Wo ist denn hier eine Leiter?" Leiter gefunden, also rauf aufs Dach: "Die Pfalze sind offen, wie stellt ihr euch dass bei Wind vor?" Wieder staunende Gesichter. Der Spengler wir Rot, ich habe ihm vorgeschlagen, was mann tun kann. Später kam es so rüber, als sei es seine Idee gewesen. Ich schmunzele und fühle mich gut... und lass ihn in dem Glauben.
SELBSTBEWUSSTSEIN fetzt, es war ein schöner Tag, wie jeder andere auch.Ein paar Stunden später, so gegen 16:00 Uhr,
Privat: Ich kehre zurück in mein Keller- Loft, keiner da, der auf einen wartet, keiner da, der da noch kommen könnte, lege den Anzug ab, das Wetter ist gut... was tun? Kurze Hose und, aus Mangel an Alternativen, rein in den öffentlichen Park, zum Sonnen. Etwas ziemlich feuchtes fährt, kurz nach dem einschlafen, über mein Gesicht. Ich schrecke hoch, und am Ende der Leine entdecke ich ein Mädel, schön, aufregend, interessant. Sie: "Hallo". Ich "Hallo". Sie: "Er mag dich". Ich: "Hm... schön, bist du öfter hier?" Sie: "Jeden Tag, zum Gassi gehen". Ich: "Okay, dann viel Spaß noch."
Was ich damit sagen will? Selbstbewusst- Sein ist etwas anderes. Wenn ich es privat wäre, wäre dies geschilderte Gespräch anders gelaufen. Es ist einfach so, je Selbstbewusster ich in der Arbeit auftrete, desto ruhiger werde ich im Privaten. Auf Arbeit beziehe ich mein Selbstbewusstsein aus den Menschen um mich herum... im Privaten aus der Einsamkeit. Da kann nicht viel an Selbst- Bewusst- Sein kommen. Jetzt könnte man aufschreien.. Hey, du bist doch nur schüchtern.... Ja, mag sein, aber auch darunter leidet das Selbstbewusstsein.
Achso, ich bin nun 31 Jahre alt, eigentlich nicht schüchtern, es sei denn, mich interessiert jemand wirklich, und eigentlich auch ganz Selbstbewusst, es sei denn... mich interessiert mich jemand wirklich. Warum dass so ist? Finde es heraus. *Dass war eine Aufforderung*